Dienstag, 25. August 2009

Der Taschenträger

Mühsam schleppt er sich die Treppen zum Bahnsteig hoch. Völlig desillusioniert trottet er hinter seiner Angebeteten her. Der Mann weiß, was sich gehört. Denn er ist der Taschenträger - und schon jetzt mehr als urlaubsreif.


Sie ist etwa 35 Jahre alt, ganz in schwarz gekleidet, kettenbehangen und geschminkt bis zum Geht-nicht-mehr. Er etwa gleichaltrig macht mit seiner schlampigen Jeans und seinem mausgrauem Shirt einen armseligen Eindruck. Aber: Er ist kein Jammerlappen, er ist ihr hörig - und das ist es, was sie in vollen Zügen rauchenderweise genießt.


Wie eine stolze Glucke trägt sie ihr kleines, feines Handtäschchen zur Schau, blickt umher und präsentiert ihren gewaltigen Ausschnitt für jedermann. Fünf Meter dahinter zeigt der wahre Champ der Girls, was in ihm steckt. Völlig entnervt von den Blicken aller Bahnreisenden wirkt er wie ein Häufchen Elend. Sein Gang wirkt gebeugt und zwar nicht nur wegen der schweren Taschen, die um seinen Körper hängen wie geißelnde Fesseln.


Als der Zug kommt, weist sie ihn ein. Schließlich muss er ja wissen, wie und wo er einzusteigen hat. Dann zeigt sie ihm mit einer abfälligen Handbewegung, wo er das Taschensammelsurium ablegen kann. Völlig geplättet setzt er sich hin und schnauft tief durch. Doch das Martyrium endet für ihn noch lange nicht. Denn die Reise nach Malle ist noch lang. Kurz vor Hannover blickt sie ihren Allerliebsten wieder an und er weiß, was zu tun ist: Taschenhecheln.

Montag, 3. August 2009

Fleischeslust

Er ist ein Suchender. Triebgesteuert spürt er es auf. Wenn er fündig wird, läuft er zur Hochform auf. Er ist ein Mann der Fleischeslust. Er braucht es immer und immer wieder.




Der Teller ist reich gedeckt, das Wasser läuft ihm im Munde zusammen. Sein Organismus gerät in Wallung. Stück für Stück liebkost er das Fleisch, umschmiegt es mit seiner Zunge, beißt schließlich hemmungslos zu und vergräbt sich mit purer Lust in die beiden Lappen. "Fleisch macht sexy", denkt er und lässt seiner wild gewordenen Ekstase freien Lauf. Mmhh. Lecker. So ein richtiges Festmahl verzückt, ihr lieben Vegis...

Dienstag, 21. Juli 2009

Meistern mit Klasse


Kunstexperten, Camping-Virtuosen, Berg-Hechler und die, die die Sintflut fürchteten:

Ein wenig relaxen, dazu ein paar Portionen donnernden Nervenkitzel angereichert mit sintflutartigen Regenfällen sowie Berg-Ankünfte mit Steigungen von bis zu 14 Prozent, die den Motor qualmend so richtig in Fahrt bringen, können schon aufregend sein. Nix mit Langeweile. Das ist Urlaub in Reinkultur.

Nachdem uns in Italien an einem Dienstag gegen 2.30 Uhr ein krasses Gewitter aus dem Schlaf riss, läuteten die Alarmglocken. Unser Schönwetter-Zelt drohte während der orgiastischen Regen-Ergüsse quasi davon zu schwimmen. Die Schuhe schwammen schon durchs Vorzelt, der Regen bahnte sich unaufhaltsam seinen Weg. Ein reißender Bach schoss zudem in unmittelbarer Nähe durch die wenige Minuten zuvor noch zu sehende Straße. Die Blitzeinschläge hatten es zudem in sich. Wow, selten so etwas erlebt...

Die Berg-Tour in Südtirol hatte es ebenfalls in sich. Erst noch schön die Pixies mit "Bird Dreams of Olympus Mons" gehört. Oh, wie passend, posaune ich noch hinaus: Into the mountains. Doch dann merke ich, dass der Wagen sich so langsam aber sicher bei den Steigungen selbst abwrackt. Das Ächzen und Stönen des Motors hat einen amtlichen Qualmprozess In Gang gesetzt. Apropos. Schuld dran war, dass der acht Kilometer lange Schwerstanstieg permament im zweiten Gang gemeistert werden musste. Der Qualmexzess am Pass war schon beeindruckend, zumindest im Nachhinein... Der nächste Urlaub kommt bestimmt!

Freitag, 3. Juli 2009

Nix wie weg


Keinen Bock mehr, Schnauze voll und nix wie weg. Ab ins Meer. Sonnenalarm für rattenalarm. Ciao, Adios! Hasta luego. Mucha suerte para todos/as...



Sonntag, 21. Juni 2009

Krallen-Kult

Alles Döner, oder was? Konkret: Und wieder ein Klassiker...vielleicht der beste Comedy-Clip des Tigers aus Kreuzberg. Was meint Ihr?


Mittwoch, 17. Juni 2009

Terror, Richie & Co.

Kult-Filme Volume I:


Es ist ein Film, der in eine wirklich gut sortierte Home-Videothek gehört. "The Wanderers" ist ein Klassiker. Schon die Eröffnungssequenz ist Legendär und spiegelt den Lifestyle von Jugendlichen in der New Yorker Bronx wider.




Optisches Ganggehabe, Gewaltausbrüche und flotte Sprüche: Der Geist der US-Jugendkultur lebt völlig auf, wenn Terror, Richie, Peewee & Co. so richtig loslegen. Absolutes Schmunzeln ist zudem angesagt. Eine Mischung aus Drama, Comedy, Gewalt und Spannung fesselt den Zuschauer und ist ein steter Begleiter bis zum Finale furioso. Das Thema Freundschaft wird während des Films immer wieder auf die Probe gestellt. Der Film basiert auf einem Roman des Schriftstellers Richard Price. Der Streifen von Regisseur Philip Kaufmann ("Die Körperfresser kommen") aus dem Jahr 1979 besticht zudem, sofern man sie mag, mit einschlägigen Kult-Songs aus den 1960er Jahren. Passt!

Mittwoch, 10. Juni 2009

Erbarmungslose Resteverwerter

Erst wird der ganze Sprit a la Schnaps, Pils und Co. inhaliert. Und wenn das Hirn dann ordentlich durchgepustet ist, dann kommt er mit einer durchlagenden Wirkungskraft, die kein Erbarmen kennt: Der Hunger. Das Abfeiern kann schon manchmal eine Qual sein.


Ab 3 Uhr früh ist es zumeist aber völlig egal: Der letzte Rest vom Schützenfest muss rein, mit kulinarischen Köstlichkeiten hat das nicht viel zu tun. Der Blick in das Eisfach offenbart das pure Grauen. Zumeist ist kaum erkennbar, um was es sich da eigentlich handelt, was da so seit Monaten stiefmütterlich vor sich vegetiert.






Okay, Bratwüste sind ja grundsätzlich nicht schlecht, also ab mit den hartgefrorenen Biestern in die Pfanne. Das Wasser strömt heraus und bildet mit den Würstchen und den 500 Gramm Zwiebeln eine dynamische Einheit. Weil der ganze Spaß zu lange dauert, werden die immer noch kalkeimerweißen Stengel zerschnitten. Puh, was strömt da heraus? Käse. Muss das denn sein? Nein, eigentlich nicht, aber der Hunger treibt es den gierigen Brestien, die sich um mich herum geschaart haben, ohne Hemmungen rein. Nachdem Rührei, erneut mit zig Zwiebeln und Knoblauch garniert, sind die Holfällersteaks - nur für waschechte, harte Typen - fällig. Schön sehnig und mit einer famos triefenden Fettschicht versehen, werden auch diese Fleisch-Prachtexemplare vernichtet - und zwar ohne mit der Wimper zu zucken. Respekt Freaks!

Freitag, 29. Mai 2009

Ohne Durchblick

Es ist ein Drama. Die Telekom rafft es nicht, der Internetanbieter schafft es nicht. Seit geschlagenen fünf Wochen muss ich an allen Fronten kämpfen, um endlich wieder online zu sein. Ich kann es nicht fassen, erst kündigt mir die Telekom den falschen Telefonanschluss, nicht etwa weil ich nicht gezahlt hätte, sondern weil die Hotline-Typen ihr Hirn völlig ausgeschaltet haben.


Nach meinem Umzug haben mir die Freaks auf meinen Rechnungen immer noch den alten Anschluss berechnet, dagegen habe ich mich natürlich verwehrt, trotzdem buchten sie munter weiter den Betrag ab. Klasse! Meine Beschwerde war dann so erfolgreich, dass sie den alten Anschluss weiterlaufen ließen und den neuen kappten, wunderbar!

Folglicherweise hat mich mein Internetanbieter 1 und 1 aus dem digitalen Nirvana gekickt. Auch die Mitarbeiter sind anscheindend alles Schlafmützen. Telefonate, leere Versprechungen, neue Anschlussgebühren und, und, und... Meine Nerven liegen blank, alles Irre!!!!!!!!!!!!!!!